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Wiljo Heinen, Rede am 17.3.2012 in Berlin vor der US-Botschaft

zum bundesweiten Aktionstag: Freiheit für die fünf Kubaner


Als Verlag fühlen wir uns dem sozialistischen Kuba eng verbunden.

Als Person liegt mir das Schicksal der fünf Kubaner, die in einem politischen (Schau)prozess zu langer Kerkerhaft verurteilt wurden, am Herzen.

Wie bei allen Menschen, die – weil sie fur eine menschliche Gesellschaft kämpfen – von mörderischen Regimes eingekerkert, gefoltert, ermordet werden, rief es bei mir Wut hervor, als ich von den Fünf Kubanern hörte. Kämpfer gegen den Terrorismus, der mit Unterstützung des US-Regimes eingesetzt wurde, um das kubanische Volk zu zermürben. In einer Zeit, als Kuba wie eine "reife Pflaume" schien, die man nur vom sozialistischen Baum pflücken müsste.

Wut kann sinnvoll sein – sie kann Kraft geben, gegen Dinge anzukämpfen, von denen die Herrschenden behaupten, sie seien Windmühlen.

Mein Einsatz, meine Kraft – aus Überzeugung und auch aus Wut geboren – fließt in Bücher, die uns im Kampf helfen sollen.

2006 sprachen Heinz Langer und Klaus Eichner mich an, fragten, ob es möglich sei, ein kleines Büchlein für das Komitte Basta Ya herauszubringen, das – breit gestreut – über den "Fall" der "Cuban 5" und die Hintergründe informieren solle. Um Öffentlichkeit zu erzeugen.
Ja, das war möglich.... aus meiner Wut wurde Kraft... und so produzierten wir dieses Büchlein, geschrieben von Josie und Dirk Brüning, Klaus Eichner und Heinz Langer.
DIE USA UND DER TERROR
Es wurde in zwei Auflagen (nicht nur) an Infoständen verkauft und gab einen Überblick über den Fall. Es war eine – wie ich glaube – damals nicht unwichtige Argumentationshilfe. Und nebenbei ging der Erlös ans Komittee Basta Ya für weitere Soli-Arbeit.

Wir – also der Verlag – fühlen uns dem sozialistischen Kuba verbunden. Denn es zeigt – um einen Slogan aufzugreifen –, dass "eine andere Welt möglich" ist. Bei allen Schwierigkeiten und Problemen – den durch die Blockade verursachten und den hausgemachten: Cuba zeigt, dass der Kapitalismus eben nicht das Ende der Geschichte ist.

Allerdings liegen hierin – in Kubas Beispiel für die Welt – auch die "Schwierigkeiten" für die Fünf. Und hierin liegt die Bedeutung Ihres Falles, die über die "amnesty-international"-Sicht hinaus geht.

Sie sind eben nicht nur "Kämpfer gegen den Terrorismus" (aus Sicht der Einen) oder "Spione" (aus Sicht der Anderen). Sie sind auch symbolhaft für den Kampf der Zukunft gegen die Diktatoren der Vergangenheit, die sich in unserer Gegenwart zu retten versuchen.
Ähnlich wie Angela Davis, ähnlich wie Mumia.

Die USA tun sich daher auch mit einem Gefangenenaustausch (Alan Gross) schwer. Die Situation ist nicht mehr die wie vor 20+x Jahren, als man hier in der Nähe, auf der Glienicker-Brücke diskret "Agenten austauschen" konnte.
Der Austausch der "Verschwörer gegen die US-Sicherheit" gegen einen "Vertreter von Satellitentelefonen" --- fast undenkbar, da eine doppelte Entlarvung der USA.

Nun kann man natürlich auf die Zeit nach den kommenden Präsidentschaftswahlen hoffen.....
Aber, was ist von einem Präsidenten Obama zu erwarten – einem Friedensnobelpreisträger, der in seiner Rede zum Empfang des Preises von "gerechten Kriegen" schwafelte (der Demokratie gegen die Diktatur). (Von den noch weiter rechts stehenden Kandidaten können wir getrost absehen)

Was ist von einem Regime zu halten, das "Menschenrechtsverletzungen" in Cuba anprangert, Terroristen gegen Cuba unterstützt, seit 50+ Jahren versucht, Cubas Lebensnerven zu zerstören und dem kubanischen Volk das Leben schwer macht, weil es nicht die Definition des Regimes von "Demokratie" (das seien Markt und Ausbeutung) teilt....
Ein Regime, das auf der anderen Seite eine feudal-totalitäre Diktatur zu seinen treuesten Verbündeten zählt:
Saudi-Arabien – ein Land in dem Frauen nicht als Menschen gelten, Fotografieren nicht erlaubt ist, Pakistanis die Arbeit machen und regelmäßig Hinrichtungen stattfinden. (In Riad, der Hauptstadt, finden jeden Donnerstag öffentliche Hinrichtungen statt: Auspeitschen, Hand ab, Arm ab, Kopf ab!!!)
Ein treuer und geachteter Verbündeter der USA.

Wie also soll man ein solches Regime bezeichnen?? »Heuchlerisch« wäre ein Euphemismus.
Das ist das Regime, das in den Vereinigten Staaten herrscht - und das ist auch das Regime des Friedensnobelpreisträgers Barack O.

Meine Meinung: Es ist höchste Zeit für einen Regime-Change und eine Demokratisierung! ("Transformationsprozess")

Wie bei Angela Davis ist auch der Kampf um die Fünf Kubaner mehr als nur der Kampf um die Befreiung einzelner. Der Kampf ist ein politischer. Das wissen wir –– und das Regime der USA auch.

Lasst uns unsere Wut in Kraft wandeln. Für die Freiheit der Fünf. Und die Freiheit aller Menschen. In den USA, in der BRD und überall. Auch in Saudi-Arabien.

Viva libertad!

Viva cuba socialista!

Cuba - si!
Yankee - no!





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