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Dokumentiert: Neues Deutschland vom 6. Juli 2010, Seite 4 (Meinung)
Leserbriefe zu »Ein Universum – dann leider nur ein Weltbild« (ND vom 3./4.7.2010)


»Krönung«
Eduardo Galeano, Autor des weltberühmten Buches »Die offenen Adern Lateinamerikas«, würde wahrscheinlich das Blut in den Adern gefrieren, wenn er diese Rezension lesen könnte. Man muss weder den kubanischen Sozialismus, noch Fidel, noch Che mögen. Aber: Der von Galeano, und nicht nur von ihm, hoch geschätzte Che Guevara wird als »Henker von Havanna« bezeichnet. Das spielt offensichtlich auf die Ereignisse von 1959/1960 in der alten Hafenfestung La Cabaña in Havanna an. Dort wurden Komplizen des gestürzten Diktators Fulgencio Batista hingerichtet, die in dessen Dienst entsetzliche Folterungen und Morde begangen hatten. Neben Fidel und Raúl Castro hatte auch Che für die Hinrichtungen die Verantwortung übernommen. Die Verfahren, die zur Verurteilung führten, waren möglicherweise nicht rechtsstaatlich, aber um Fairness bemüht. Rechtsstaatliche Institutionen konnte es so kurz nach dem Sieg der Rebellen nicht geben. Jorge G. Castañeda, einer der bekannteren und kritischen Biografen Ches schrieb: »Guevaras Verantwortung für die Geschehnisse in La Cabaña kann man nicht herunterspielen, und er selbst hat das auch nie versucht. Aber man muss sie im zeitlichen Kontext sehen. Es gab weder eine Blutbad, noch wurde eine große oder auch nur beträchtliche Anzahl unschuldiger Menschen liquidiert.«
Der Versuch, alles zu delegitimieren, was mit Kommunismus zu tun hat, macht auch vor Che nicht Halt. Abenteurer, illusionär, Fantast und Bandit, all das konnte man in konservativen Zeitungen schon lesen. Unsere sozialistische Tageszeitung krönt das nun mit dem »Henker«. Ich mag diese Zeitung, auch weil sie sich so erstaunlich gewandelt hat. Aber auch der Wandel hat Grenzen. Ebenfalls im Januar 1960 waren auf Anordnung Raúl Castros in Santiago de Cuba über hundert Konterrevolutionäre erschossen worden. Ich hoffe sehr, dass ich nicht irgendwann im ND auf Raúl Castro als den »Henker von Santiago« stoßen werde.
Dr. Werner Abel
09600 Oberschöna


»Viele Meinungen ...«
Ernesto »Che« Guevara wird wortwörtlich als »der Henker von Havanna« bezeichnet. Ich habe schon viele unterschiedliche Meinungen zu Guevara gehört und gelesen. Mit dieser Titulierung dürfte jedoch das ND einzig dastehen.
Karlheinz Möbius
12587 Berlin


»Entgleisungen«
Seit 1993 beobachte ich die Berichterstattung über Kuba im deutschen Sprachraum. Da kommt es in der bürgerlichen Presse regelmäßig zu Entgleisungen, Verzerrungen, Lügen, Negativkampagnen. Wenn die selbe »Qualität« des Schreibens über Kuba nun auch im ND verstärkt Einzug hält, wie es den Anschein hat, muss dies Anlass zu ernsthafter Analyse und Debatte sein.
Dr. Edgar Göll
Stell. Vorsitzender
NETZWERK CUBA e.V.


»Sehr besorgt«
Als Leser bin ich sehr besorgt über die Art der Berichterstattung des ND, insbesondere über Lateinamerika und Kuba, wie der Artikel beweist. Ich stelle mir die Frage, ob der Springerverlag das ND übernommen hat. Justo Cruz
Berlin, Cuba Sí


»Hat der Springerverlag das ND übernommen?«
Gerne habe ich, vor allem am Wochenende, das ND gekauft, sicher auch deshalb, da ich seit rund 20 Mitglied der LINKEN bzw. der Vorgängerpartei PDS bin und war. Was ich aber in der letzten Ausgabe von Uwe Stolzmann lesen musste, lässt mich daran zweifeln, dass ich es auch in Zukunft tue. Hat der Springerverlag mittlerweile das ND übernommen?
Albert Köstler
München


»Anmerkung der Redaktion«
Zum Galeano-Artikel von Uwe Stolzmann erhielten wir mehrere Anrufe und weitere ähnliche Lesebriefe wie die hier abgedruckten. Die Kritik ist berechtigt, sie wurde auch bei unserer redaktionsinternen Zeitungsauswertung geübt: Dieser Artikel hätte so nicht in ND erscheinen dürfen. Er konterkariert mit zwei haltlos flapsigen bösartigen Attributen die gesamte kritisch-solidarische Auseinandersetzung, um die unsere Zeitung sich bemüht. Die abfällige Meinung mag Sache des Autors sein; der Fehler, sie scheinbar nebenher in einer Buchrezension ins Blatt zu lassen, ist unser. Der Leiter des Ressorts Feuilleton, der die Warnlampen übersah, hat ihn eingesehen. Für ND insgesamt bleibt die Schlussfolgerung, sorgsamer alle Worte beachten, die wir publizieren – und uns dafür, dass wir diese publizieren, zu entschuldigen.
ND-Chefredaktion

Offener Brief der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba
und weitere Reaktionen auf den Artikel: hier





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